Ein erfolgreicher Dortmunder Unternehmer

Der Dortmunder Unternehmer Karl Kolle sorgte sich um seine Mitmenschen schon zu Lebzeiten.
Der Dortmunder Unternehmer Karl Kolle sorgte sich um seine Mitmenschen schon zu Lebzeiten.

Karl Kolle wurde in Dortmund am 08.06.1913 als drittes Kind geboren. Er musste ohne Vater aufwachsen, da dieser bereits im November 1914 gefallen ist. Nach erfolgreichem Abschluss der damaligen Volksschule erlernte er den Beruf des Werkzeugmachers bei der CONCORDIA AG in Dortmund. Nach seiner Übernahme konnte Karl Kolle bereits erste Erfahrungen in diesem Beruf sammeln, während seines weiteren beruflichen Werdeganges war er, trotz zeitweiliger Erwerbslosigkeit, immer wieder als Spezialist in verschiedenen Dortmunder Zulieferfirmen für den Bergbau, die Elektro- und die Automobilindustrie tätig.

Im Herbst 1938 - mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges - wurde Karl Kolle zur Flak eingezogen. Sein Einsatz wurde mehrfach durch zeitlich begrenzte Tätigkeiten in der Rüstungsindustrie unterbrochen.

Nach dem 2. Weltkrieg machte Karl Kolle seinen Meister und war sehr bald als Betriebsleiter bei der Baroper Federfabrik in Dortmund tätig. In dieser Funktion entwickelte er dort neuzeitliche, moderne Verfahren in der Fertigung von Federn und neue Fertigungsverfahren, in erster Linie für die aufstrebende Automobilindustrie.

Zufrieden gab er sich damit jedoch nicht. Nach dem Motto "Was ich für andere schaffe, kann ich auch in eigener Regie tun!" war für ihn klar: "Ich mache mich selbständig!"

Am 01.07.1955 war die Geburtsstunde des Unternehmens "Kolle & Dahm oHG" in Langschede (Westfalen). Dort wurde in einer ersteigerten Halle mit drei Personen (Karl Kolle, seiner Ehefrau Martha Kolle und dem Kaufmann Siegfried Dahm) die Fertigung von Federn und Stanzteilen aufgenommen.

Im Sommer 1963 zog der Betrieb dann um an den heutigen Standort in Dortmund-Brackel, Westfälische Straße 179, und zwar in eine 1.500 qm große neue Halle auf einem käuflich erworbenen Grundstück. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 20 Mitarbeiter beschäftigt. 1970 wurde die Fertigungsfläche - bei nunmehr ca. 80 Mitarbeitern - verdoppelt, 1987 und 1988 wurde die Fertigungsfläche auf insgesamt 5.000 qm erweitert. Mehrmals wurden zur Produktionserweiterung neue Maschinen angeschafft. Im Jahre 2007 musste eine neue Halle gebaut werden, um den neuen 630-Tonnen-Stanzautomaten aufzustellen.

1988 wurde Karl Kolle durch den plötzlichen Tod des wesentlich jüngeren Teilhabers Siegfried Dahm Allein-Inhaber, bis 2003 war er Geschäftsführer des Unternehmens. Im gleichen Jahr verstarb auch seine Frau Martha Kolle.

Nach Umfirmierung 1990 führte Karl Kolle das Unternehmen als KODA Stanz- und Biegetechnik GmbH als Alleingesellschafter weiter, zwischendurch beteiligte er zwei langjährige, bewährte, leitende Mitarbeiter des Unternehmens.

Mit Gründung der KARL-KOLLE-Stiftung 1998 hat er seine Anteile in die Stiftung übertragen. Die Stiftung erwarb die restlichen Anteile und verkaufte zum 01.07.2005 die Mehrheit des Unternehmens zur Sicherung der Arbeitsplätze und erfolgreichen Weiterführung an einen industriellen Investor, der das Unternehmen im Sinne von Karl Kolle weiterzuführen versprach. Zur weiteren Produktionserweiterung wurde 2008 eine neue Halle gebaut, in der eine 630-Tonnen-Presse aufgestellt wurde. An der weiteren Entwicklung des Unternehmens war Karl Kolle bis an sein Lebensende sehr interessiert.

Er nahm stets regen Anteil an allen wichtigen aktuellen politischen und wirtschaftlichen Themen auf nationaler wie internationaler Ebene sowie an regionalen Themen.

Die KARL-KOLLE-Stiftung wurde am 14.10.1998 gegründet. Da Karl Kolle keine Kinder hatte, verfügte er, dass mit seinem Tod sein gesamtes Vermögen in die Stiftung übertragen werden soll.

Nach ersten Einlagen bei der Gründung wurde das Stiftungskapital in den nachfolgenden Jahren von Karl Kolle durch Zustiftungen kontinuierlich erhöht. Der Stifter sah es als sein Lebenswerk an, alle für ihn wichtigen Initiativen maßgeblich durchzuführen und zu fördern. Als Stifter und Vorstandsvorsitzender der Stiftung entschied er über die Schwerpunkte der Aktivitäten und trieb die vorbereiteten Projekte voran. Beraten und unterstützt wurde er durch das Kuratorium aus fünf Personen, die aus Wissenschaft und Wirtschaft, der Sozial-, Rechts- und Finanzwelt stammen sowie durch einen geschäftsführenden Vorstand.

Am 16. Juli 2008 verstarb Karl Kolle nur wenige Wochen nach den großen Feierlichkeiten anlässlich seines 95. Geburtstages.

Vergabe der Zuschüsse

Über die Vergabe von Zuschüssen entscheidet das Kuratorium der KARL-KOLLE-Stiftung. Das Kuratorium umfasst Vertreter der Hochschulen und der Wirtschaft der Region.

Ansprechpartner

Ansprechpartner in der KARL-KOLLE-Stiftung sind:

Kuratoriumsvorsitzender
Prof. Winfried Pinninghoff

Pascal Lampe

Diana Hillebrand

Sie erreichen uns

KARL-KOLLE-Stiftung

Westfälische Straße 179
44309 Dortmund

info@karl-kolle-stiftung.de